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„Mallorca hat mehr zu bieten als Sauftouristen“, sagt die ältere Dame und schenkt sich Schnaps nach. „Ich komme jedes Jahr auf die Insel. Und wer La Granja nicht gesehen hat, weiß im Grunde gar nicht wovon er spricht. Prost!“
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La Granja – das ist ein ehemaliges Landgut, aber auch ein Freilichtmuseum. Mitten im Gebirge der Serra de Tramontana, weit ab von Ballermann und Touristenmekka, liegt es wie eine Perle im Ozean: Unentdeckt und unberührt. Denn wer findet schon hinaus in die Berge, wo die Straßen unwegsam und eng werden und die Mauern genau so alt sind wie die mallorquinische Geschichte?
Zahlreiche Originalzeugnisse der bewegten Vergangenheit überlebten. Unter anderem ein Weinkeller, in dem die ältere Dame sich noch immer nachschenkt. Das Gut war über die Jahre stets in der Lage, die Selbstversorgung für bis zu 100 Beschäftigte zu gewährleisten und mit den hauseigenen Produkten die umliegenden Siedlungen zu beliefern.
Aber auch für jüngere Besucher gibt es viel zu entdecken. Ein Rundgang führt durch das Leben der Mallorquiner vor 500 Jahren. Alle Arbeitsprozesse können wirklichkeitsnah beobachtet werden. Dabei wird sowohl deutlich, welch hartes Leben die Knechte und Mägde eines Gutshofes führten, als auch in welcher Unbeschwertheit deren Herren fast königlich lebten.
Alle Produkte, deren Entstehung man im Laufe des Rundganges beigewohnt hat, können am Ende des Rundganges verköstigt und gekauft werden. Wer aus Sympathie mit den Schweinen, mit denen die Kinder zu Beginn Freundschaft geschlossen haben, auf die zahlreichen Wurstdelikatessen verzichtet, sollte zumindest Hierbas kaufen. Und sei es, um den herkömmlichen Ballermanntouristen zu zeigen, wie man anständig auf mallorquinisch tankt.
damaris, 22. November 2008