Mainz – Kein Käfig voller Narren

Wer Mainz bisher vor allem mit dem närrischen Treiben in der so genannten "Fünften Jahreszeit" in Verbindung brachte, den wird die kulturelle Vielfalt der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt in Staunen versetzen.

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Von der wechselhaften Geschichte der Stadt, die von Napoleon als „Bonne ville de l’Empire“ geschätzt wurde, können sich Besucher bereits bei einem kleinen Spaziergang durch die Mainzer Altstadt einen ersten Eindruck verschaffen.

Der Bau des am idyllischen Marktplatz gelegenen Mainzer Doms wurde im Jahr 975 von Erzbischof Willigis in Auftrag gegeben. Der Dom erlebte im Mittelalter seine Glanzzeit, als er zum Schauplatz von Königskrönungen wurde. Neben dem Wormser und Speyerer Dom zählt das Mainzer Gotteshaus zu den drei rheinischen Kaiserdomen.

Der Mainzer Dom fiel im Laufe der Jahrhunderte mehreren Bränden und Kriegen zum Opfer, sodass das ursprünglich romanische Werk bei Neu- und Umbauten schließlich auch mit gotischen und barocken Stilelementen versehen wurde. Zu den eindrucksvollsten Kunstdenkmälern des doppelchörigen Doms zählen die Grabmäler der Mainzer Erzbischöfe, die bis in das 13. Jahrhundert zurückreichen.

Nur wenige Schritte vom Mainzer Dom entfernt wird im Gutenberg-Museum einem Mann Tribut gezollt, der mit seiner Erfindung das Fundament der katholischen Kirche im 15. Jahrhundert gehörig ins Wanken brachte. Johannes Gutenberg gilt als bedeutendstes Kind der Stadt Mainz.

Ihm gelang durch den Druck mit beweglichen Lettern nicht nur eine Revolution in der Druckgeschichte, sondern er bereitete auch einer Demokratisierung des Lesens den Weg, die bis in die heutige Zeit nachwirkt. Das Gutenberg-Museum beherbergt neben zwei wertvollen Gutenberg-Bibeln eine Sammlung weiterer prachtvoller Frühdrucke, hierunter den „Mainzer Psalter“ und die „Schedelsche Weltchronik“.

Unmittelbar an den Marktplatz schließen sich der Gutenbergplatz mit dem Mainzer Staatstheater sowie der ehemalige „Boulevard Napoléon“ (heute Ludwigstraße) und die Gaustraße an, die direkt zur Stephanskirche führen. Das auf einer Anhöhe gelegene gotische Bauwerk zählt mit seinen von Marc Chagall entworfenen prachtvollen Fenstern zu den größten Touristenattraktionen der Stadt Mainz.

Weniger heilig mutet der in Rheinnähe gelegene Holzturm an. Durch seine Pforten lieferten Händler seit dem Mittelalter ihre Holzware in der Stadt an. Berühmtheit erlangte der Holzturm jedoch durch den sagenumwobenen Räuberhauptmann Schinderhannes, der hier bis zu seiner Hinrichtung im Jahr 1803 gefangen gehalten wurde.

Ebenfalls an der Rheinallee erinnert neben dem Kurfürstlichen Schloss das so genannte Deutschhaus an politisch turbulente Zeiten. Der Deutschritterorden ließ das Deutschhaus Anfang des 18. Jahrhunderts errichten. Hier trat im Jahr 1793 der Rheinisch-Deutsche Nationalkonvent und damit das erste demokratisch gewählte Parlament auf deutschem Boden zusammen.

Zu den Delegierten, die seinerzeit ins revolutionäre Paris entsandt wurden, um die Angliederung der „Mainzer Republik“ an Frankreich zu beantragen, gehörte der angesehene Naturforscher Georg Forster, der an der zweiten Weltumseglung von James Cook teilgenommen hatte. Das Deutschhaus dient heute als Sitz des rheinland-pfälzischen Landtages und setzt damit die demokratische Tradition dieses geschichtsträchtigen Ortes fort.

Der Antrag Georg Forsters scheiterte im Übrigen nicht am Willen der französischen Revolutionäre, sondern an den Preußen, die zwischenzeitlich die Stadt Mainz zurückerobert hatten. Das Motto der Französischen Revolution „Egalité, Liberté, Fraternité“ fand indes durch seine Initialen (E – L – F) als „Närrische Elf“ Eingang in die Mainzer Fastnacht.

Und somit führt letztendlich doch jeder Mainz-Besuch auf die eine oder andere Weise zum Thema Fastnacht zurück.

DanaRe, 17. Dezember 2012

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