In den Docklands von London

Der Regen prasselt gegen die Fensterscheiben der Docklands Light Railway, während sie sich durch die trostlosen Plattenbauten des Londoner East End schiebt. Uns beschleicht das Gefühl, in der U-Bahn-Station Bank den falschen Zug erwischt zu haben, denn unser Reiseführer hatte die Bahnstrecke zu den Docklands als atemberaubend beschrieben.

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Wenige Minuten später ändert sich dann auch die Szenerie: Das Grau in Grau wird durch pittoreske Häuschen und bunte Gärten abgelöst und wir sehen endlich den Kanal, der lange Zeit die Hauptschlagader der Docklands war.

Wir steigen in der Station West India Quay aus, die sich auf einer Trasse über dem Kanal befindet – und finden uns in einer anderen Welt wieder. Linker Hand ragen futuristische Hochhäuser direkt am Kanal gen Himmel empor, und zu unserer Rechten reihen sich unzählige alte Lagerhäuser aus Backstein aneinander, die heute als Restaurants und kleine Einkaufszentren genutzt werden.

Wir befinden uns hier in dem Stadtteil mit dem unübersichtlichen Namen London Borough of Tower Hamlets, der vor allem durch die Morde des legendären Jack the Ripper Berühmtheit erlangte. Daher führt unser Weg entlang des Kanals auch direkt zum Museum in the Docklands mit seiner Jack the Ripper-Ausstellung. Hier sind unzählige alte Polizeidokumente, Zeitungsartikel und Briefe zusammengetragen.

Diese spiegeln eindrücklich den Schrecken wider, der damals von Jack the Ripper ausging, und auch die unermüdliche, aber erfolglose Arbeit der Polizei bei der Suche nach dem Verbrecher. Erwähnenswert ist auch der kleine Museumsshop im Erdgeschoss, der eine reiche Auswahl an interessanten Büchern zur Geschichte der Docklands bietet.

Nach dem Museumsbesuch überqueren wir den Kanal über eine kleine Fußgängerbrücke und gelangen zum Canary Wharf. Hier ist alles „very busy“, denn hier arbeitet die Hochfinanz. Die Börsenkurse tickern über riesige Anzeigenflächen und spiegeln in roten Zahlen die Folgen der Finanzkrise wider. Banker eilen mit starrem Blick durch die Straßen und bevölkern trotz des unablässigen Regens die unzähligen Straßencafés.

Wir gesellen uns etwas unwillig zu ihnen und wärmen uns mit einem heißen Kaffee auf. Dann geht es zum über 200 Meter hohen Canary Wharf Tower. Wir flanieren über Böden aus Marmor durch den glitzernden Konsumtempel und werfen durch die großen Fenster einen Blick auf die schönen Grünanlagen vor dem Gebäude.

Als wir wieder auf der Trasse des West India Quay stehen, schauen wir zurück auf die Docklands: Keine Obdachlosen, kein Müll, kein Dreck sind zu sehen. Hier ist die Realität ausgeschaltet. Dem Besucher bietet sich nur die Erinnerung an die ehemalige Weltmacht England in den alten Hafenanlagen und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die sich in den postmodernen Mammutbauten widerspiegelt.

Ein scheinbares Paradies, wenn da nicht die omnipräsenten Aktienkurse am Canary Wharf wären…

DanaRe, 3. Oktober 2010

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