Die "Rote Liste" der UNESCO

Für Kultur- und Naturdenkmäler in aller Welt bedeutet die Aufnahme in der UNESCO-Liste des Welterbes nicht nur Prestige. Mit dem Beitritt zur Konvention verpflichten sich die jeweiligen Staaten, den Erhalt und die Pflege der Welterbestätten ihres Gebietes selbst zu finanzieren. Den Staaten, die einen Aufwand in dieser Größenordnung nicht finanzieren können, soll aus den Fonds der UNESCO geholfen werden.

Für die insgesamt 890 Denkmäler in 148 Ländern ist der verliehene Status durch die UNESCO jedoch keineswegs eine Schutzgarantie. Vielmehr beruht die Einhaltung der Konvention auf Freiwilligkeit, solange sie nicht auch in den Gesetzen der Vertragsstaaten verankert ist. Wie man am Beispiel des Dresdner Elbtals sehen kann, hat die UNESCO bei Streitfällen lediglich die Möglichkeit, die Stätte aus der Liste zu streichen und den Schutz somit aufzugeben.

Der Verlust des Ansehens einer Stätte ist in so einem Fall beträchtlich, weshalb man in den meisten Fällen eine zufriedenstellende Lösung für beide Seiten finden konnte. Schließlich hat die Auszeichnung „Welterbe“ auch einen hohen Wert für den Tourismus in der Region. Das Dresdner Elbtal ist erst die zweite Stätte, welche – nachdem sie eine Weile auf der „Roten Liste“ der UNESCO vermerkt war – endgültig aufgegeben wurde.

Die UNESCO hebt auf der Roten Liste die Welterbestätten hervor, deren Bestand durch Beschädigung oder Verschwinden bedroht ist. Gleichzeitig mahnt sie für diese außerordentliche Schutzanstrengungen an. Zur Zeit werden 31 weitere Stätten als bedroht angesehen.  Ich finde, solche Dinge gehen uns alle an! Es bleibt  nämlich zu hoffen, dass der „Dresdner Fall“ nicht noch Schule macht und unsere Enkel am Ende nichts mehr zu erben haben.

realloc, 15. Dezember 2009

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